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Internationale Otto Gross Gesellschaft e.V.

Psychoanalysis & Criminology
Libido & Power


Internationaler Hans und Otto Gross Kongress, Graz, Austria 2011

Bei der dreitägigen Veranstaltung in Graz werden sich Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern Europas und aus den USA mit dem Leben, dem wissenschaftlichen Werk und der Wirkung und Nachwirkung von Prof. Dr. Hans Gross (1847-1915) und seines Sohnes Dr. Otto Gross (1877-1920) auseinandersetzen. Der Strafrechtler und Begründer der Kriminalistik in Graz Hans Gross und sein Sohn, der Psychoanalytiker und Anarchist Otto Gross, sind durch ihre wissenschaftlichen Leistungen, aber auch durch ihren lebenslangen Konflikt – ein symptomatischer Konflikt in der Epoche des Expressionismus – weithin bekannt geworden. Er hat seinen Niederschlag in der Literatur von Kafka bis Werfel, von Erich Muhsam, Franz Jung bis Franziska zu Reventlow, Max Brod oder Johannes R. Becher sowie in den Biographien von Sigmund Freud, C. G. Jung, Sabina Spielrein, Ernest Jones, und Max Weber, von Frieda Weekley und D. H. Lawrence gefunden.

Heute wird Otto Gross als der Iinitiator dessen betyrachtet, was wir heute als intersubjektive Analyse bezeichnen, und war der Erste, der Analyse mit radikaler Politik verband. Das Handbuch für Untersuchungsrichter von Hans Gross wurde weltberuhmt und auch in modernen Kriminalromanen findet sich der „Vater der Kriminologie” wieder. Hans und Otto Gross und ihr Werk sind in den letzten Jahrzehnten immer wieder Gegenstand der unterschiedlichsten Wissenschaften geworden: Kriminologie und Kriminalistik, Psychiatrie und Psychoanalyse, Literaturwissenschaft, Kunst, Ethik, Rechtswissenschaft und Rechtsgeschichte. Der Gross’sche Vater-Sohn-Konflikt wurde auch in Dramen und Filmen behandelt.

Seit 1999 wurden die vielfältigen paradigmatischen und konfliktträchtigen Themenbereiche der Protagonisten und ihres Umfelds, jeweils verbunden mit Kongress- und Ausstellungspublikationen (www.literaturwissenschaft.de), auf zehn Tagungen und Symposien (Berlin, Dresden, und München, am Burghölzli in Zürich, Graz, Wien et al.), dargestellt. Diese Reihe wird mit dem Grazer Kongress zu Hans und Otto Gross mit dem Titel: „Psychoanalyse und Kriminologie -- Libido und Macht” vom 14. bis 16. Oktober an der Universität Graz fortgesetzt.

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Wer war Otto Gross?

Otto Gross (1877-1920) wurde von den einen als begnadeter Analytiker, genialer Gelehrter und Philosoph gefeiert, während die anderen ihn als "gemeingefährlichen Geisteskranken" internieren und auf Lebenszeit entmündigen lassen konnten.

Otto Gross' Werdegang - vom Arzt und Psychiater zum Analytiker, Politiker, Anarchisten und schließlich Kommunisten - zeigt, analog zu seinen Theorien der sozialen Bedingtheit der Psychoanalyse und des Konflikts zwischen dem Eigenen und dem Fremden, eine Linie auf, die auch heute im Zentrum von Diskussionen steht: Fragen nach den sozialen und politischen Implikationen von Psychiatrie und Psychotherapie beschäftigen nicht nur einige wenige Psychoanalytiker, die Problematik der antiautoritären, repressionsfreien Erziehung, der Befreiung aus patriarchalen hierarchischen Strukturen im Rahmen von Familie, Ehe, Beruf usw., die Emanzipation der Frau im Speziellen, die freie Entscheidung des Individuums über sein Leben auch bezüglich Drogenkonsum und Euthanasie, letztlich also Fragen um die Freiheit des Individuums gegenüber gesellschaftlichen Normen und Überlieferungen wurden damals und werden heute gestellt. Allein schon aus diesem Themenkatalog wird Otto Gross' Bedeutung für die heutige Zeit ersichtlich, denn: Das Phänomen Otto Gross symbolisiert die Suche nach der besseren Gesellschaft, nach der Auflösung von Geschlechterbeziehungen, die sich als unterdrückerisch erweisen, nach Utopien in Zeiten, denen tragfähige Konzepte und Sinnhaftigkeit fehlen. Sein Werk ist aktueller denn je, sein Leben war ­ dem Werk parallel laufend -, in mancher Hinsicht exemplarisch und illustriert vieles von dem, was Gross in seinen Arbeiten gefunden und gefordert hat.

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