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Internationale Otto Gross Gesellschaft e.V.





Wer war Otto Gross?

Otto Gross (1877-1920) wurde von den einen als begnadeter Analytiker, genialer Gelehrter und Philosoph gefeiert, während die anderen ihn als "gemeingefährlichen Geisteskranken" internieren und auf Lebenszeit entmündigen lassen konnten.

Otto Gross' Werdegang - vom Arzt und Psychiater zum Analytiker, Politiker, Anarchisten und schließlich Kommunisten - zeigt, analog zu seinen Theorien der sozialen Bedingtheit der Psychoanalyse und des Konflikts zwischen dem Eigenen und dem Fremden, eine Linie auf, die auch heute im Zentrum von Diskussionen steht: Fragen nach den sozialen und politischen Implikationen von Psychiatrie und Psychotherapie beschäftigen nicht nur einige wenige Psychoanalytiker, die Problematik der antiautoritären, repressionsfreien Erziehung, der Befreiung aus patriarchalen hierarchischen Strukturen im Rahmen von Familie, Ehe, Beruf usw., die Emanzipation der Frau im Speziellen, die freie Entscheidung des Individuums über sein Leben auch bezüglich Drogenkonsum und Euthanasie, letztlich also Fragen um die Freiheit des Individuums gegenüber gesellschaftlichen Normen und Überlieferungen wurden damals und werden heute gestellt. Allein schon aus diesem Themenkatalog wird Otto Gross' Bedeutung für die heutige Zeit ersichtlich, denn: Das Phänomen Otto Gross symbolisiert die Suche nach der besseren Gesellschaft, nach der Auflösung von Geschlechterbeziehungen, die sich als unterdrückerisch erweisen, nach Utopien in Zeiten, denen tragfähige Konzepte und Sinnhaftigkeit fehlen. Sein Werk ist aktueller denn je, sein Leben war ­ dem Werk parallel laufend -, in mancher Hinsicht exemplarisch und illustriert vieles von dem, was Gross in seinen Arbeiten gefunden und gefordert hat.

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